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Freitag, 7. März 2014

Unsere zweite Sitzung beim Osteopathen (9 Wochen + 4 Tage alt)



Für mich ist es weiterhin Hokuspokus. Meiner Meinung nach hat sich nichts verändert. Sie dreht ihren Kopf nach links, aber nur in Situationen in denen sie es auch wirklich muss um nicht das Ultimative zu verpassen: z.B. die Kuscheltie-Eule Rudi beim Wickeln und wenn wir abends ihr links angebrachtes Mobile anmachen, welches sie mit offenem Mund und großen Augen bestaunt.

Der Osteopath "behandelte" sie zuerst angezogen im Maxi Cosi und als sie wach wurde, nahm sie auf seiner Liege "Platz". Als sie weiter schrie, meinte der Osteopath "Machen Sie ihr ein Fläschchen, sie hat sicherlich Hunger". Und ich gab zurück "Nein, hat sie nicht. Sie hat nur keine Lust auf der Liege zu liegen und will zu Mama". Und dann fing Mr. Hokuspokus die Diskussion mit mir an, dass ich das doch gar nicht wissen könnte, weil die Kleine nicht reden kann. Na gut, ich machte ihr ein Fläschchen, sie trank ein paar Schlücke und schrie weiter. Ich nahm sie dann um ein Bäuerchen zu machen und in hohem Bögen erbrach sie die Milch über seiner Liege, den Teppichboden und seinen Schrank. Aber nein ich war nicht so nett wie ich es von meiner Natur aus eigentlich bin und machte das Erbrochene weg, sondern lobte meine Tochter mit "Oh weia, das war dir zu viel Milch. Aber gut, dass alles raus ist und dich nicht weiter bedrückt". Und der Osteopath schrubbte seinen Boden. Da ich ihre Verstopfungsprobleme ansprach, wollte er mir noch seine Massagemethode zeigen, welche im Nu helfen würde. Die meisten Kinder würden sodann gleich ihr Geschäft machen. Er erklärte, dass er erst den Darmausgang massiert um die Verstopfung zu lösen und sodann von rechts unten den Bauch in kleinen Kreisen im Uhrzeigersinn nach links oben um den Bauchnabel herum wandert. Also anders als es Hebammen und Ärzte empfehlen (Uhrzeigersinn von links unten nach oben um den Bauchnabel herum nach rechts unten zum Darmausgang). Sein versprochenes Häufchen kam nicht und er packte sie schnell mit den Worten "Naja sie wissen nun wie es geht und können es Zuhause selbst machen" ein, als er bemerkte, dass Leyla unruhig wurde. Ich spürte, dass sie gleich wieder schreien würde, wenn er weiter ihren Bauch "massieren" würde. Ich denke dies spürte er auch und so hörte er so plötzlich auf. Da er ausschließlich mit Kindern arbeitet, nehme ich an, dass er zumindest solche kleinen Signale von Babys gut deuten kann. Und ein heulendes Baby macht sich bei einer osteopathischen Behandlung, welche nach seinen Aussagen "Kinder in den Schlaf wiegen würde", nicht gut. Er fing dann auch tatsächlich nochmals das Gezicke an mit "Wahrscheinlich hat Ihre Tochter gar keine Verstopfung. Woher wollen Sie wissen, dass sie nicht schreit, weil sie z.B. Kopfschmerzen hat? Wissen Sie wirklich immer warum sie in diesen Momenten schreit?". Mein Freund schmunzelte und dachte sich seinen Teil. Und ich sagte klar und bestimmt "Ja, das weiß ich. Denn ich bin die Mutter und spüre was mein Kind bedrückt." Der Osteopath ignorierte mich dann einfach und redete nur noch mit meinem Freund. Da kommt wohl jemand nicht mit selbstsicher auftretenden Frauen zurecht. 

Es ist nunmal meist so, dass die Menschen Ärzten und Co. blind vertrauen, keine Fragen stellen und vor allem keine Widerworte geben. Ich habe es schon selbst erlebt, dass mir eine Frage bei einem Arztbesuch auf der Zunge lag, aber diese nicht stellte, weil ich den Arzt nicht weiter aufhalten wollte und man kann seine Frage schließlich auch heutzutage im Netz googln. Mich interessieren oft Wahrscheinlichkeitswerte, auch wenn ich selbst bei Alisha erfahren musste, dass dies unerheblich ist, wenn du zu den z.B. 0,00001 % gehörst, die es trifft. Aber ich und wohl auch viele andere Menschen hängen sich gerne an Zahlen auf. 

Ich weiß, viele schwören auf Osteopathie, aber ich bin bislang nicht überzeugt. Da können viele Ärzte in Frankfurt sagen, dass ich den besten Osteopathen in der Umgebung ausgesucht habe und er "der Babyflüsterer" sei; wenn sich nichts bessert was durch ihn herrührt, dann kann ich mich nicht überzeugen lassen. Nach der Behandlung wollte er nochmals darstellen wie Leyla ihren Kopf nach links bewegen kann, aber sie wehrte sich und machte es nicht. Er ließ es dann auch, drückte uns die Rechnung und einen Termin in die Hand und verabschiedete sich. Ob wir nochmals zu ihm gehen.. ich bezweifle es. Ich lasse mich ungern als Mutter hinstellen, die ihr Kind nicht verstehen könnte, weil ein Baby nicht sprechen kann. Und seine Darstellung war sichtlich erfolglos. Ich glaube, wenn würde uns Krankengymnastik eher helfen. Mir fiel auf, dass sie auch Probleme mit ihrem rechten Arm hat. Immer wenn ich ihr ein Body ect. über den Arm streife, schreit sie kurz. Mit ihrem anderen Arm gibt es da keinerlei Probleme. Bei der täglichen Babymassage mache ich dann mit ihr immer spielerische Streckübungen und es scheint, als ob sie nach und nach schmerzfreier wird und den Arm mehr bewegen kann. Ich nehme stark an, dass hängt alles miteinander zusammen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihre Halsmuskulatur verkürzt ist und dadurch der Arm beim Strecken schmerzt. Aber ich bin kein Arzt. Ansonsten scheint es sie ja nicht weiter zu stören, aber ich hoffe dennoch wir bekommen das bald ganz weg, damit sie komplett beschwerdefrei ist.

Sonntag, 16. Februar 2014

Osteopathie beim Säugling (6 Wochen und 6 Tage alt)

 

 Osteopathie - Hokuspokus oder wirklich wirkungsvoll?

Das erste Mal mit dem Gedanken eine osteopathische Behandlung machen zu lassen, kam mir, als Leyla abends immer so viel vor dem Schlafengehen schrie. Dies besserte sich aber nun nach etwa fünf Wochen und so verwarf ich den Gedanken. In Foren las ich, dass bei manchen Kindern der Gang zum Osteopathen sehr geholfen hat. Sei der Grund schlechtes Trinken oder Schlafen, Schreien uvm. - eine osteopathische Behandlung hätte Wunder gewirkt. 
In meinem geweckten Interesse fragte ich mich, wer Osteopath werden oder ob sich jeder so nennen darf. Heraus kam, dass dies tatsächlich ein Studiengang ist.  In mir kamen dennoch weiterhin so amüsante Gedanken auf "Was lernt man in diesem Studium? Wie man die Menschen im Glauben lässt etwas zu tun?"- ich weiß, es sind böse Gedanken. Aber sie sind berechtigt, weil man einfach nicht dahinter kommt, ob der Mann, welcher die Hände um den Kopf schließt, tatsächlich etwas außer Handauflegen und eine Art Meditier-Zustand einnehmen, macht. 

Weil Leyla eine ausgeprägte Lieblingsseite hat, empfahl uns die Kinderärztin einen Osteopathen aufzusuchen. Nach vielem herumtelefonieren, bekamen wir nach wenigen Minuten einen Rückruf von einem Osteopathen und einen Termin für den nächsten Tag. Wir nahmen natürlich den Termin dankend an. Die meisten uns vorgeschlagenen Termine lagen über einen Monat in der Zukunft. Besonders bei Säuglingen sollte aber ein solche osteopathische Behandlung möglichst frühzeitig erfolgen.

Beim Osteopathen am nächsten Morgen schlief Leyla tief und fest im Maxi Cosi. Der Osteopath bat uns die Kleine schlafen zu lassen und schaute sie sich erst einmal genau an. Er stellte fest, dass Leyla ein schiefes Köpfchen und dadurch bedingt eine Muskelverkürzung auf einer Halsseite habe und dieses sich bereits im Mutterleib verformt haben muss. Er zeigte uns genau die Stellen woran man dies erkennen könne und tatsächlich sahen wir das Gleiche. Normalerweiße schaut man sich sein Kind nicht so genau von oben an und vergleicht die Symmetrie der beiden Kopfseiten. Zumindest war mir dies zuvor nicht aufgefallen. Wir legten unsere Maus auf den Behandlungstisch und der "Wunderheiler" hielt ihr Köpfchen in seinen Händen. Was er genau machte? Ich habe nichts gesehen :D. Wir sprachen mit unserer Maus während der Behandlung, damit sie weiterschlief, aber dennoch wachte sie irgendwann vor Hunger auf. Dies hatte ich mir bereits im Vorfeld gedacht und so mixte ich schnell ihr Fläschchen. Während sie dieses trank, hantierte der Osteopath weiter mit Leylas Köpfchen und Hals. Er zeigte uns auch einem Plastik-Kopf wie die verschiedenen Kopfplatten von Leyla liegen würden und was er tun würde. Er bemerkte sicherlich meine Skepsis und so legte er an meinem Kopf Hand an um mir sein Tun zu demonstrieren. Das Einzige was ich zum Ende der 2-3 Minuten spürte war ein ganz minimaler leichter Druck mit seinem Daumen an einer Stelle meines Kopfes, ansonsten spürte ich lediglich zwei warme Hände.

Nach der Behandlung benutzte Leyla tatsächlich für einen Tag erstaunlich oft ihre Nicht-Lieblings-Kopfseite. Aber bereits am nächsten Tag war alles wie vergessen und sie dreht sich einfach die ganze Zeit auf ihre Lieblingsseite. Auch eine Decke oder ein zusammengerolltes Handtuch im Rücken, wie uns als Tipp mitgegeben wurde, nützt überhaupt nichts. Lieber dreht unsere Maus ihren Kopf trotzdem auf ihre Lieblingsseite und steckt ihre Nase in das Handtuch und schreit protestierend als auf der anderen Seite zu liegen. Nur wenn sie auf mir schläft, schläft sie auf der anderen Seite und wenn ich sie wickel, spiele ich mit unserem "Rudi" - ein Tier mit Flügeln (ich weiß ehrlich nicht was dieses Kuscheltier darstellen soll, aber es ist bunt und Leyla ist begeistert davon :)), sodass sie schon beim Legen auf den Wickeltisch ihren Kopf sofort in seine Richtung dreht und auf die Quietsch-Stimme wartet.

Die Kosten für die osteopathische Behandlung wird von den meisten Krankenkassen mittlerweile übernommen. Unsere Krankenkasse übernimmt für drei Behandlungen 80 % der Kosten. Eine Behandlung kostet bei unserem Osteopathen 90 Euro und laut seiner Aussage könnten bis zu sieben Behandlungen notwendig sein. Wir werden vermutlich drei Behandlungen machen und dann entscheiden, wie wir weiterverfahren. Sollte eine Besserung eingetreten sein, werden wir wohl auch die restlichen Behandlungen wahrnehmen, ansonsten werden wir es sein lassen. Ich bin noch nicht genügend von der Wirkung überzeugt.

Die nächste U-Untersuchung & Kinderarzt


Ich bin schon auf die nächste U-Untersuchung gespannt, ob es sich zumindest etwas gebessert hat oder Leyla bis dahin ein stärker verformtes Köpfchen hat. Ich habe mich im Übrigen inzwischen dazu entschieden, den Kinderarzt zu wechseln. Vielen Dank für eure lieben Nachrichten und Worte. Ich lasse mich einfach nicht von einem Arzt zu einem bestimmten Impf-Zeitpunkt drängen. Ich werde dies so festlegen, wie ich es für meine Tochter als besten Zeitpunkt empfinde. Denn wer kennt unsere Maus besser als wir Eltern?