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Sonntag, 9. März 2014

Ehrenamtliche Fotografie für Sternenkinder (9 Wochen + 6 Tage alt)


Wenige Tage sind seit dem schönen Punkt12 Beitrag vergangen. Ich bekam hierauf viele E-Mails und war und bin wahrlich über die positive Resonanz, die vielen Glückwünsche und Geschichten gerührt. Nach und nach lese ich in freien Minuten die lieben Worte vor allem von jungen Frauen und auch Mamas von Sternen- als auch Erdenkindern. Aber auch Papas und welche die es werden wollen, füllten mein Postfach. Ich werde jede Nachricht beantworten - versprochen :)! Seid bitte nicht böse, dass dies wenige Tage dauern kann. 

Eine Nachricht beschäftigte mich ganz besonders. Die junge Frau berichtete mir von einer Organisation, die ehrenamtlich (kostenlos) Sternenkinder fotografiert. Sofort schaute ich mir die Seite www.dein-sternenkind.de an. Mit meinem Freund sprach ich darüber, denn ich war sofort interessiert an der Thematik.  Um nichts zu überstürzen, schlief ich noch eine Nacht darüber. Ich fragte mich, ob ich für diese wertvolle Tätigkeit als Sternenkind-Fotografin geeignet sei. Für mich stellt es kein Problem dar ein Sternenkind zu sehen. Dies wird der Hauptgrund sein, weshalb viele Fotografen vor diesem Engagement abschrecken. Aber es ist auch verständlich. Ich wüsste nicht, ob ich dies machen könnte, wenn ich mich nicht mit Sternenkindern auskennen würde bzw. selbst zwei Kinder im Himmel hätte. Ansonsten denke ich, dass ich durch mein ruhiges Wesen gut als Fotografin für diese besonderen Erinnerungen geeignet bin. Was dagegen sprechen könnte? Ich bin keine ausgebildete Fotografin. Ich kenne mich mit meiner Kamera und Bildbearbeitungsprogrammen aus, aber professionelle gelernte Fotografen würden sicherlich Kritikpunkte an meinen Fotos finden. Ich kann wohl keine richtigen Profibilder bieten, aber Bilder mit Herz. Und wenn ich das eine oder andere Bild auf Fotografen-Homepages anschaue, denke ich mir, dass manche meiner Aufnahmen gar nicht schlecht sind. Die richtige Lichteinstellung macht nunmal keinen guten Fotografen aus. Für mich ist das Gefühl wichtiger. Bei der Anmeldung als Fotograf bei dein-sternenkind.de fiel mir sofort auf, dass ich eine Homepage benötigen werde. Die Erstellung nahm ich sogleich in Angriff und dies ist nach zwei Tagen das Zwischenergebnis: www.babyportrait.wix.com/foto

Auf der Suche nach ähnlichen Organisationen, fielen mir sodann noch www.tapfere-knirpse.de und www.charity-kinderfotografie.de auf und auch dorthin schickte ich eine Bewerbung als Fotografin. Die Seite von dein-Sternenkind.de spezialisiert sich auf Sternenkinder - Kinder, welche meist vor, während oder kurz nach der Geburt in den Himmel fliegen. Tapfere Knirpse und die Deutsche Kinderfotografen Charity Vereinigung bieten ihre fotografischen Dienste Familien mit kranken und behinderten Kindern an. Ich würde mich gerne sowohl für alle drei Punkte zur Verfügung stellen und eine wertvolle Erinnerung für die Eltern schaffen. Ich bin gespannt wo ich eine Chance als ehrenamtliche Fotografin erhalte.

Gestern erhielt ich bereits eine erste Anfrage einer Mama mit einer schwer kranken Tochter. Ich freue mich für diese Familie schöne Fotos machen zu dürfen und so auf meine Art und Weise zu helfen. Nächste Woche soll dann das Fotoshooting mit dem wunderhübschen Mädchen stattfinden - ich werde mein Bestes geben.

Mittwoch, 5. März 2014

Ein schöner Beitrag auf RTL Punkt 12 (9 Wochen + 2 Tage alt)


Gestern war es soweit und unser Beitrag bei Punkt 12 wurde ausgestrahlt. Ich war soooo gespannt gewesen. Den ganzen Morgen wuselte ich nervös herum. Man erlebt es ja nicht alle Tage im Fernsehn zu sein. Leyla war gestern ausgesprochen brav. Schon ab 11 Uhr lief bei uns der TV - man könnte es ja sonst verpassen ;). Leyla trank um 11:40 Uhr ein Fläschchen und um 11:55 Uhr! - machte sie dann Groß. Ich hab zu ihr gesagt, dass sie scheinbar wirklich den Beitrag verpassen möchte wie ich es am Vortag vorausgesagt hatte. Also nahm ich mein Handy mit, ging ins Kinderzimmer mit meiner Maus und wickelte sie. Da ich im Schwangerschaftsforum den Sendetermin bekannt gab, wusste ich, dass ich sofort eine Nachricht bekommen würde, sobald mich eine Mami entdecken würde. So ließ ich uns beim Wickeln viel Zeit und machte mit der Kleinen viel Käse. Sie hat beim Wickeln immer solch einen Spaß und lacht viel, das liebe ich. Nach dem Wickeln weint sie oft, weil sie noch mehr Quatsch machen möchte. Aber das kann man ja im Wohnzimmer fortführen. Dort schlief sie allerdings an meiner Schulter ein. Und so saß ich vor dem TV und wartete gespannt auf unseren Beitrag. Und es tat auch mal gut nach 9 Wochen mal wieder Fernseh zu schauen. Die vergangenen Wochen kam ich nicht wirklich dazu. Wenn die Kleine wach ist, möchte ich auch nicht, dass der Fernseher an ist. Sie schaut dann dorthin und ich denke so wäre eine Überreizung der Nerven vorprogrammiert.

Und dann kam er endlich :)! Es war ein seltsames Gefühl sich im TV zu sehen, die eigenen vier Wände und so weiter. Bei kleineren Bildausschnitten hatte ich die Bilder vor Augen, welche ich in den jeweiligen Drehmomenten erlebt hatte. Die Kreißsaalführung, das Warten am CTG, die Schminkfarben mit denen ich mein Bauch anmalte und wie ich selbst Bilder von meiner Babybauchkugel machte. Die Szene am Spielplatz wo ich ein Papa mit seinem Kind freudenstrahlend spielte. Besondere Momente.. 



Wer den Beitrag verpasst hat, kann ihn sich bei RTL Now ansehen. Er läuft ab der ca. 14. Minute:


Vielen Dank an dieser Stelle an das Filmteam, die Produktion und RTL Punkt 12 für die tolle Umsetzung dieses besonderen Themas. Es ist immer wieder wichtig die Menschen über Sternenkinder zu informieren, damit das Tabuthema keines bleibt und Betroffene nicht ihre Kinder im Himmel verschweigen müssen und Hilfe erhalten. Die Familie Martin hat auch hierzu mit den Eintragungen ins Familienstammbuch schon viel erreicht. Der nächste Schritt soll der Mitterschutz für die Sternenkind-Mamas sein. Meiner Meinung ist dies ganz besonders wichtig. Die Mamas brauchen nach solch einer traumatischen Geburt erst recht ganz viel Zeit um wieder auf die Beine zu kommen. Womöglich viel mehr als eine Mama, die ein gesundes Kind zur Welt bringt. Ich bin gespannt was sich in den nächsten Jahren noch alles für die Sternenkinder und Sternenkindereltern bewegen wird. 

Dienstag, 18. Februar 2014

Verschönerung des Sternenkindergrabes (7 Wochen + 2 Tage alt)



Nur noch eine kurze Zeit liegt vor uns bis das Sternenkindergrab in neuem Glanze erstrahlen soll. Nach der tollen Unterstützung meiner Petition und den Besprechungen mit den Verantwortlichen, soll zu Beginn des März das Grab von allen Erinnerungsstücken leergeräumt sein und wird sodann verschönert. Ich bin schon so gespannt auf die Neuerungen. Ich hoffe auf ein gepflegteres und schöneres Erscheinungsbild für die wundervollen Kinder. Auch werden sodann endlich tolle Blumen gepflanzt, welche es bunter werden lässt. Nach dem Abschluss der Umbau-Maßnahmen dürfen die Eltern wieder ihre Erinnerungsstücke niederlegen. Ich kann diesen Moment kaum erwarten.

In den letzten Wochen besuchte ich mit Leyla oder auch alleine das Sternenkindergrab. Ich machte dies immer abhängig wie Leyla drauf war und wenn sie nicht so happy war, dann passte Papa auf sie auf, während ich unsere Kinder am Grab besuchte. Ich brachte ihnen Blumen mit und zündete Kerzen an. Aber auch mit Leyla ans Grab zu gehen war immer ein besonderer Moment. Ich erzähle ihr wahnsinnig viel von Alisha und auch Jemie. Ich glaube es vergeht fast kein Tag an dem ich Leyla nicht von ihren Geschwistern erzähle. Wenn ich durch das Wohnzimmer mit ihr laufe und sie interessiert Alishas Gedenkecke und die Bilder an den Wänden anschaut, erkläre ich ihr immer, dass dies alles für ihre Schwester im Himmel ist. Ich erzähle ihr, dass Alisha ein wunderhübsches Mädchen war und ich sie so sehr liebe wie auch meine Tochter in den Armen. Sie versteht dies sicherlich jetzt noch nicht, aber so wird sie irgendwann wissen, dass es da noch jemanden in Mamas Herzen gibt.

Der Frühling erwacht


Vor etwa zwei Wochen entdeckte ich etwas Schönes am Grab, was mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Im vergangenen Jahr pflanzte ich Blumenzwiebeln am Sternenkindergrab. Leider wurden auf einen Schlag alle meine gesetzten Pflanzen herausgerissen. Und nun, an einer Stelle, wo ich die Zwiebeln setzte, sprießt es :)! Da in wenigen Wochen alles umgestaltet wird und sodann wieder die Pflanzen zerstört würden, werde ich sodann diese Blumenzwiebeln auspflanzen und bei uns Zuhause in einen Blumentopf setzen. So habe ich eine kleine wundervolle Erinnerung bei mir auf der Fensterbank. 

Eine liebe Sternenkind-Mama namens Yvonne bringt meinen Kindern immer wieder wunderschöne Blumen ans Grab. Ich bin hierüber so sehr gerührt, dass ich an dieser Stelle auch ein rießiges Dankeschön aussprechen möchte. Wir Sternenkind-Eltern müssen einfach zusammenhalten. Denn uns verbindet alle das Gleiche - die Liebe zu unseren Kindern im Himmel.

Meine Alisha und das Ullrich-Turner-Syndrom


Vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt habe ich sehr sehr oft an Alisha gedacht und immer wieder führte ich mir vor Augen, dass Leyla Alisha sehr ähnlich sieht, aber sie dennoch grundverschieden sind. Alisha war immer abends um ca. 20-21 Uhr sehr sehr aktiv und tanzte im Bauch. Und auch wenn ich sang, purzelte sie herum. Leyla hatte bereits im Mutterleib ganz andere Wach- und Schlafzeiten. Das Schönste wäre es, wenn ich meine Mädels alle bei mir haben dürfte und Alisha nie hätte gehen müssen. Vor Kurzem las ich einen Beitrag, wo einem Kind im Mutterleib Wasseransammlungen am Körper abgesaugt wurden. Wäre so etwas zu Alishas Zeit möglich gewesen, ich hätte es sofort gemacht. Ich hätte alles für meine Tochter gemacht, damit sie hätte leben dürfen. Ich hoffe, dass irgendwann kein Mädchen mit Turner-Syndrom mehr sterben muss. Dass nur 2 % der Turner-Mädchen den Schwangerschaftsverlauf überleben, ist dramatisch und schrecklich. Da Leyla so klein und zart im Mutterleib war, machte ich mir auch Gedanken, ob sie vielleicht auch das Turner-Syndrom haben könnte. Erst vor Kurzem hatte ich Kontakt mit einer Mama aus den USA, welche tatsächlich zwei auf Erden lebende Mädchen hat, welche beide das Ullrich-Turner-Syndrom haben. Laut den Ärzten hört man nur immer, dass so etwas nicht möglich sei und nicht genetisch bedingt ist. Wie ist dies dann aber möglich geworden? Ich denke es muss hier noch viel mehr geforscht werden und wer weiß, ob irgendwann kein Kind mit einer Behinderung mehr sterben muss und alle ein Recht auf Leben bekommen können. Ich würde es mir sehr wünschen.


Der 1. Geburtstag von Jemie steht bevor - 28. Februar 2014

 

Bald ist Jemie ein Jahr im Himmel. Mein kurzes Glück währte nur wenige Tage und doch trauerte ich sehr um mein zweites verstorbenes Kind. Ich gab ihm oder ihr den Namen Jemie. Denn für mich war klar, dass auch mein Kind, egal welches Geschlecht es hatte, mir so viel bedeutete, dass es einen Namen für dieses kleine Wunder geben musste. Jemie heißt Turteltäubchen und deshalb entschied ich mir für diesen Namen. Denn Jemie flog nach so kurzer Zeit des Glückes wieder davon. Am 28. Februar hat Jemie seinen ersten Geburts- und Todestag. Ich werde mir etwas für mein Engelchen einfallen lassen.


Meine großen Lieben 


Als ich vergangenen Sonntag ans Sternenkindergrab fuhr, schweifte ich in kleine Tagträume ab und Leylas Geburt spielte sich wieder vor meinem geistigen Auge ab. Wie sehr ich vor Glück weinte, als ich ihren ersten Schrei hörte und wie freudenstrahlend mein Schatz unsere gesunde Tochter im Arm hielt. Man muss sich solche Glücksmomente immer wieder vor Augen führen, auch wenn es mal Tage mit einem Kind gibt, welche anstrengend sind oder die Kraft mal etwas nachlässt. Dieses Gedanken des Glückes ein gesundes Kind in den Arm zu halten, tanken alle Kräfte im Nu wieder auf. Ich bin wahnsinnig glücklich nun meine eigene kleine Familie mit einer gesunden Tochter im Arm zu haben. Es gibt nichts schöneres auf der Welt! Leyla und mein Schatz, ich liebe euch! Und meine Kinder im Himmel Alisha und Jemie, ich liebe auch euch von ganzem Herzen und ihr lebt in mir weiter. Ihr seid ein Teil von mir!

Eine kleine Liebeserklärung an meinen Mann


Heute bin ich auch zwei Jahre mit meinem Schatz zusammen. Mensch, was wir in unserer Beziehungszeit alles durchstehen mussten. Wir hatten uns früh für den Kinderwunsch entschieden und hätten damalig nie gedacht, dass uns jungen gesunden Menschen so etwas passieren würde. Dass wir gleich zwei Mal unsere Kinder verlieren würden. Wir sind einfach nur glücklich, dass wir unsere Leyla haben. Sie ist das größte Zeichen unserer Liebe. Wahnsinn was zwei Menschen für ein kleines Wunder schaffen können.  Mein geliebter Schatz, ich liebe dich <3. Du bist der perfekte Mann für mich und zusammen sind wir einfach das ultimative Team. Ich gebe dich nie wieder her!